ABdomen Architektur

Kunst

doors of diversity,

Wettbewerb

(Kunstprojekt mit Dr. Karl Reiser)

 

Standort: Wien Ottakring

Bauherr: Basis.Kultur.Wien

Jahr: 2015

Foto: Abdomen

doors of diversity.pdf (1,1 MB)

Schon seit Jahrhunderten absorbiert Wien das kreative Potenzial seiner Zuwanderer als Motor für Innovation und Entwicklung und wird auch seine Zukunft aus dem kulturellen und intellektuellen Reichtum seiner BewohnerInnen schöpfen, deren Gemeinsamkeit in ihren Unterschieden zu finden ist. Längst überfällig ist es, diesem Bekenntnis Wiens zur gelebten Vielfalt ein dauerhaftes Zeichen zu setzen – nicht als stummes Denkmal, sondern als Ort der Begegnung in einem Außenbezirk mit starker sozialer, ethnischer und ökonomischer Durchmischung: beispielsweise dem Vorplatz der Endstation der U-Bahn-Linie U3 (vis à vis Paltaufgasse in Ottakring).

Zwei einander gegenüberstehende offene Tore (á 6 x 3m), die einen Raum für Begegnung und Dialog freigeben, sollen auf dem noch namenlosen Platz (der rund 4.000 Menschen zu fassen vermag) mit doors of diversity zum Signal jener Willkommenskultur werden, die Wien entwickeln wird, will es seine hervorragende Stellung in Sachen Lebensqualität halten und im Wettbewerb um internationale Talente reüssieren. Mit den beiden Toren als Landmark einer offenen Gesellschaft spricht die Stadt nicht nur eine Anerkennung aller Zugewanderten sowie eine Einladung an alle zukünftigen StadtbewohnerInnen aus, sondern lädt auch zu sozialem, kulturellem und künstlerischem Austausch vor Ort ein.

doors of diversity bedient sich mit der Installation von zwei aus Stahl gefertigten und komplementär gesetzten Türrahmen mit offenen Toren eines bewusst ambivalenten Symbols, das sowohl für Zugang als auch für Ausschluss steht und damit polarisierende Eckpunkte im oftmals emotional geführten Diskurs über die Themen Migration, Integration und kulturelle Identität markiert. Ihnen stellt doors of diversity bewusst Fakten in Form eines wissenschaftlichen Inputs zu demographischem Wandel und kultureller Pluralität in Wien gegenüber, die über ein Outdoor-Touchscreen-Terminal abrufbar sind.

Der Wettbewerbsbeitrag adressiert gesellschaftspolitisch ambitionierte Kulturschaffende und KünstlerInnen, sich an diesem Ort konsequent mit den Themen Vielfalt und Andersheit (Diversity/Alterity) auseinanderzusetzen und innovative Formen der Vermittlung und Beteiligung zu entwickeln. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung und Enthüllung der beiden Tore wird exemplarisch eine solche künstlerische Arbeit (Performance) auf dem genannten Platz gezeigt, der durchaus noch Potenzial für Veranstaltungen hat und auch belebt werden soll.

Das Wettbewerbsprojekt behandelt auf innovative Weise disziplinenübergreifend ein Lebensthema der globalisierten Gegenwart und ist in der Lage einen nachhaltigen Impuls im dezentralen Wiener Kulturleben zu setzen. doors of diversity hat damit das Potenzial Ausgangspunkt für weiterführende Initiativen und Veranstaltungsserien zu werden, die den Ruf Wiens als Stadt der Weltoffenheit und Toleranz stärken.